NiceLabel / Loftware im pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar? Eine sachliche Einordnung

NiceLabel / Loftware im pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar? Eine sachliche Einordnung

Pharma GMP

In pharmazeutischen Produktionsbetrieben ist Etikettierung kein Randthema.
Sie ist Teil der Chargendokumentation, der Rückverfolgbarkeit und letztlich der Patientensicherheit. Entsprechend häufig stellt sich die Frage:
Ist NiceLabel beziehungsweise Loftware in einem pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar?

Die kurze Antwort lautet: Ja.
Die pharmazeutisch korrekte Antwort lautet: Ja, sofern das System validiert betrieben wird.

Diese Unterscheidung ist nicht akademisch – sie ist auditentscheidend.


GMP und Etikettierung: ein kritischer Prozess

In der Pharmaindustrie gelten Etiketten als GMP-relevante Dokumente. Sie enthalten chargenbezogene Informationen, Verfalldaten, Wirkstoffangaben und regulatorisch vorgeschriebene Kennzeichnungen. Fehler in der Etikettierung sind keine Bagatellen, sondern direkte Qualitäts- und Sicherheitsrisiken.

Deshalb stellt sich in pharmazeutischen Produktionsbetrieben immer wieder dieselbe Kernfrage:
Ist NiceLabel beziehungsweise Loftware in einem pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar?

Die Anforderungen an ein Etikettiersystem sind klar und nicht verhandelbar:

  • kontrollierte Erstellung und formale Freigabe von Etiketten

  • eindeutige Versionierung ohne Grauzonen

  • vollständige, nicht manipulierbare Audit-Trails

  • rollenbasierte Zugriffskonzepte

  • Schutz vor unautorisierten Änderungen

  • vollständige Nachweisbarkeit im Audit

Wer hier schwächelt, riskiert Abweichungen – unabhängig vom Software-Namen.


Standard-NiceLabel in der Pharma: möglich, aber anspruchsvoll

Die klassischen NiceLabel-Lösungen sind technisch ausgereift und in vielen Industrien etabliert. In einem pharmazeutischen GMP-Umfeld sind sie grundsätzlich einsetzbar – aber nicht „out of the box“.

Der Betreiber muss selbst sicherstellen:

  • vollständige Computer System Validation (CSV) gemäß GAMP 5

  • dokumentierte IQ, OQ und PQ

  • SOPs für Design, Freigabe, Druck, Change Control

  • saubere Rollenklärung zwischen Produktion, QA und IT

Oder klar gesagt:
NiceLabel kann eingesetzt werden. GMP-Eignung entsteht erst durch das Validierungskonzept des Unternehmens.

Wer glaubt, Software allein löse GMP-Fragen, lädt Auditoren zur Diskussion ein.


Loftware Cloud Compliance: auf regulierte Umgebungen ausgerichtet

Mit Loftware Cloud Compliance adressiert der Hersteller gezielt regulierte Industrien – insbesondere die Pharmaindustrie. Die Lösung unterstützt unter anderem:

  • FDA 21 CFR Part 11

  • EU GMP Annex 11

  • elektronische Aufzeichnungen und Signaturen

  • lückenlose Rückverfolgbarkeit von Labeländerungen

  • Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen

Damit wird die wiederkehrende Frage
„Ist NiceLabel beziehungsweise Loftware in einem pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar?“
praxisnäher beantwortet: Ja – mit deutlich reduziertem Implementierungs- und Validierungsrisiko.

Aber auch hier gilt die GMP-Grundregel:

validation-ready ist nicht validated.


Verantwortung bleibt beim pharmazeutischen Betreiber

Unabhängig von Edition oder Deployment-Modell liegt die regulatorische Verantwortung immer beim pharmazeutischen Unternehmen.
Risikobewertung, Validierungsstrategie, Dokumentation und Auditvorbereitung können unterstützt – aber nicht ausgelagert – werden.

Aus QA-Sicht ist das kein Nachteil, sondern zwingend notwendig. Systeme, die „GMP versprechen“, sind im Audit erfahrungsgemäß erklärungsintensiv.

Auch hier gilt erneut:
In pharmazeutischen Produktionsbetrieben ist Etikettierung kein Randthema.
Wer Verantwortung delegieren will, hat GMP nicht verstanden.


Fazit

NiceLabel und Loftware sind im pharmazeutischen GMP-Umfeld einsetzbar.
Entscheidend ist nicht der Software-Name, sondern:

  • ein belastbares Validierungskonzept

  • die konsequente Einbindung von QA

  • ein kontrollierter, dokumentierter System-Lebenszyklus

Loftware Cloud Compliance erleichtert die Umsetzung deutlich und reduziert regulatorische Risiken.
GMP-Konformität entsteht jedoch erst durch das Zusammenspiel von Software, Prozessen und Verantwortung.

Oder pharmazeutisch nüchtern formuliert:

Die Software liefert die Werkzeuge.
GMP entsteht durch Disziplin.

Ihr Ansprechpartner: Achim Ernst

Rufen Sie den Achim an!