Lidl-Lieferant: Das GS1-128 Transportetikett 2026 – Pflichtangaben, Format und was bei Fehler passiert

Wer Waren an Lidl liefert, bekommt früher oder später Post vom Qualitätsmanagement – oder erlebt live am Wareneingang, dass die Palette zurückgeht. Ursache: Das Palettenetikett entspricht nicht den Anforderungen.

Dieser Artikel erklärt, was draufstehen muss, in welchem Format, und was passiert, wenn etwas fehlt.

Warum Lidl eigene Anforderungen hat

Lidl betreibt europaweit hochautomatisierte Logistikzentren. Paletten werden im Wareneingang vollautomatisch gescannt und verarbeitet. Das funktioniert nur, wenn jedes Etikett strukturell identisch und inhaltlich korrekt ist.

Das Lidl-Palettenetikett basiert auf dem internationalen GS1-Transportetikett-Standard – mit Pflichtfeldern, die über den GS1-Mindeststandard hinausgehen. Wer diese Felder weglässt oder falsch befüllt, riskiert nicht eine Warnung, sondern die Annahmeverweigerung.

Lidl Transportetikett

Aufbau des Etiketts: Drei Segmente

Das Etikett gliedert sich in drei Bereiche:

Kopfsegment: Dein Lieferantenname.

Mittelsegment: Alle Logistik- und Wareninformationen in Klartext. Wichtig: alle Angaben ohne Datenbezeichner (AI). Der AI-Präfix gehört nur in den Barcode.

Fußsegment: Der GS1-128 Barcode mit dem SSCC als Pflichtinhalt und weiteren verschlüsselten Datenfeldern.

Pflichtfelder im Mittelsegment

Diese Felder müssen auf jedem Lidl-Palettenetikett vorhanden sein:

Lidl-Bestellnummer: Kommt aus der Bestellung, die Lidl vorab übermittelt. Keine interne Referenz, kein Freitext.

Lidl-Empfangsgesellschaft: Das konkrete Lager (RDC), das beliefert wird.

Land: Bestimmungsland der Empfangsgesellschaft.

Logistikart: Trocken-, Kühl- oder Tiefkühllogistik – je nach Produkt.

Palettenanzahl: Gesamtzahl der Paletten dieser Lieferposition.

Palettennummer: Laufende Nummer (z. B. „2 von 5"). Jede Palette bekommt ihr eigenes Etikett.

Artikelbezeichnung: Auf Deutsch, exakt wie im Kontrakt oder in der Bestellung. Kein Freitext.

Kolli-GTIN: 13- oder 14-stellige GTIN der Handelseinheit (Kolli), nicht der Verbrauchereinheit. Stammt aus dem Kontrakt.

MHD: Bei MHD-pflichtigen Produkten immer anzugeben. Format: TT.MM.JJJJ oder JJJJ-MM-TT. Bei mehreren MHDs auf einer Palette gilt das kürzeste.

Der SSCC im Barcode: Das einzige echte Muss

Im Fußsegment steht der GS1-128 Barcode. Pflichtinhalt ist der SSCC (Serial Shipping Container Code) – eine 18-stellige Nummer, die jede Transporteinheit weltweit eindeutig identifiziert.

Deine SSCC-Nummernkreise müssen bei GS1 Germany registriert sein. Lidl prüft das über den GS1-Service GEPIR. Stimmt die SSCC-Struktur nicht, fällt das beim Scan auf.

Der SSCC wird aus dem GS1-Basisnummernbereich gebildet und darf nie zweimal vergeben werden. Das automatische Hochzählen durch eine Etikettensoftware ist hier keine Kür, sondern Pflicht.

Format und Anbringung

Etikettengröße: Mindestens A5 (148 × 210 mm).

Anbringung: Das Etikett wird auf zwei angrenzenden Seiten der Palette angebracht – Stirnseite und die rechts daneben liegende Längsseite. Automatisierte Scansysteme im Wareneingang scannen im Durchlauf von zwei Seiten.

Höhe: Unterkante des Etiketts zwischen 400 mm und 800 mm über dem Boden.

Was bei Nichterfüllung passiert

Lidl verweigert die Warenannahme, wenn das Etikett nicht stimmt. Eine zurückgewiesene Lieferung gilt als nicht erfolgt. Das bedeutet: Rücktransport, Neu-Etikettierung, erneute Anlieferung – mit allem, was das an Kosten, Zeitverlust und MHD-Verzehr bedeutet.

Bevor du erstmalig Lidl-Palettenetiketten einsetzt, ist das Einsenden eines Musteretiketts zur Freigabe an palettenetiketten@lidl.com Pflicht. Jede spätere Änderung ebenfalls.

Softwaregestützte Umsetzung – der einzig sinnvolle Weg

Ein Lidl-Etikett in Word oder Excel zu bauen ist technisch möglich. Es ist auch der sicherste Weg, früher oder später etwas falsch zu machen: SSCC nicht hochgezählt, Datumsformat vertauscht, Kolli-GTIN und Artikel-GTIN verwechselt.

Eine Etikettensoftware wie NiceLabel (Loftware), BarTender oder JR-LEA löst das strukturell: Datenfelder werden per Datenbankanbindung oder ERP-Schnittstelle befüllt, der SSCC wird automatisch regelkonform generiert, der GS1-128 Barcode korrekt nach Spezifikation erzeugt.

Jetzt kostenfreie Beratung buchen

Du planst den Einstieg als Lidl-Lieferant, oder deine bisherige Etikettenlösung soll auf Schwachstellen geprüft werden?

Wir haben in diesem Jahr mehrere Lidl-Lieferanten bei der Einrichtung normkonformer GS1-128 Transportetiketten begleitet. In 30 Minuten zeigen wir dir konkret, welche Lösung zu deinem Betrieb, deinem ERP und deinen Druckern passt.

Das Gespräch findet per Microsoft Teams statt. Kostenlos und unverbindlich.

Oder ruf direkt an: 040 / 840 509-0

Joern Janz

Ihr Ansprechpartner: Jörn Janz

Jetzt kostenfreie Beratung buchen

Du planst den Einstieg als Lidl-Lieferant, oder deine bisherige Etikettenlösung soll auf Schwachstellen geprüft werden?

Wir haben in diesem Jahr mehrere Lidl-Lieferanten bei der Einrichtung normkonformer GS1-128 Transportetiketten begleitet. In 30 Minuten zeigen wir dir konkret, welche Lösung zu deinem Betrieb, deinem ERP und deinen Druckern passt.