Print & Apply Systeme: Funktionsweise, Vorteile und Einsatzbereiche

Print & Apply System: Funktionsweise, Vorteile und Einsatzbereiche

Print & Apply System druckt Etiketten in Echtzeit und bringt sie automatisch auf Produkte, Kartons, Paletten oder Verpackungen auf. Dadurch lassen sich Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Versandprozesse deutlich effizienter gestalten.

Print & Apply Systeme:

Was ist ein Print & Apply System?

Ein Print & Apply System kombiniert Etikettendrucker und Etikettenspender in einer automatisierten Einheit. Das System erstellt ein Etikett direkt im Prozess und appliziert es anschließend auf das Produkt oder die Verpackung.

Typische Inhalte auf dem Etikett sind:

  • Artikelnummern und Produktbezeichnungen
  • Chargen- und Seriennummern
  • Barcodes, QR-Codes oder GS1-Codes
  • Versand- und Logistikinformationen
  • Mindesthaltbarkeitsdaten oder Produktionsdaten

Wie funktioniert ein Print & Apply System?

1. Daten werden an das System übergeben

Die benötigten Druckdaten kommen meist aus einem ERP-, WMS-, MES- oder Warenwirtschaftssystem. Alternativ können Daten über Scanner, SPS, Datenbanken oder Etikettensoftware bereitgestellt werden.

2. Das Etikett wird in Echtzeit gedruckt

Der integrierte Drucker erstellt das Etikett unmittelbar vor dem Aufbringen. Je nach Anwendung kommen Thermodirektdruck oder Thermotransferdruck zum Einsatz.

3. Das Etikett wird gespendet

Nach dem Druck löst sich das Etikett automatisch vom Trägermaterial. Das Trägermaterial wird aufgewickelt, während das Etikett für die Applikation bereitsteht.

4. Das Etikett wird automatisch appliziert

Ein Applikator bringt das Etikett auf die gewünschte Fläche auf. Das kann auf der Oberseite, Seite, Vorderseite, Rückseite oder über Eck erfolgen.

Die wichtigsten Komponenten eines Print & Apply Systems

  • Druckeinheit: erzeugt das Etikett mit Text, Barcode, Grafik oder variablen Daten.
  • Spendeeinheit: trennt das Etikett sauber vom Trägermaterial.
  • Applikator: bringt das Etikett auf das Produkt oder Gebinde auf.
  • Sensorik: erkennt Produkte, Positionen, Etikettenlücken und Prozesszustände.
  • Steuerung: koordiniert Druck, Spendung, Applikation und Schnittstellen.
  • Schnittstellen: verbinden das System mit SPS, Software, Netzwerk oder Datenbanken.

Typische Applizierverfahren

Tamp-Blow-Verfahren

Das Etikett wird auf einen Stempel übernommen und anschließend berührungslos per Luftstoß aufgebracht. Dieses Verfahren eignet sich gut für empfindliche Produkte oder leicht unterschiedliche Produkthöhen.

Tamp-Verfahren

Der Stempel fährt direkt auf das Produkt und drückt das Etikett an. Das sorgt für eine sichere Haftung, besonders bei ebenen Oberflächen.

Blow-On-Verfahren

Das Etikett wird ohne mechanischen Kontakt per Luft auf das Produkt geblasen. Das ist vorteilhaft bei hohen Taktraten und sensiblen Oberflächen.

Wipe-On-Verfahren

Das Etikett wird während der Produktbewegung aufgewischt. Dieses Verfahren ist häufig bei Kartons, Verpackungen oder laufenden Förderstrecken im Einsatz.

Einsatzbereiche in der Industrie

Print & Apply Systeme werden überall dort eingesetzt, wo variable Daten automatisch und zuverlässig aufgebracht werden müssen.

  • Logistik: Versandetiketten, SSCC-Labels, Palettenkennzeichnung
  • Lebensmittelindustrie: Chargen, MHD, Rückverfolgbarkeit
  • Pharma und Medizintechnik: Seriennummern, Codes, Produktidentifikation
  • Automotive: Bauteilkennzeichnung, Behälteretiketten, Prozessdaten
  • Produktion: Typenschilder, Verpackungslabels, Prüfstatus
  • E-Commerce: automatische Versand- und Retourenkennzeichnung

Vorteile von Print & Apply Systemen

  • Weniger manuelle Arbeit: Etiketten werden automatisch gedruckt und aufgebracht.
  • Höhere Prozesssicherheit: Variable Daten werden direkt aus führenden Systemen übernommen.
  • Bessere Rückverfolgbarkeit: Chargen, Seriennummern und Barcodes lassen sich eindeutig zuordnen.
  • Konstante Etikettenposition: Die Applikation erfolgt wiederholgenau und prozessstabil.
  • Hohe Geschwindigkeit: Systeme lassen sich in Fördertechnik und Produktionslinien integrieren.
  • Weniger Fehler: Falsche, vertauschte oder manuell falsch platzierte Etiketten werden reduziert.

Checkliste für die Auswahl eines Print & Apply Systems

  • Welche Etikettengröße wird benötigt?
  • Welche Oberfläche soll etikettiert werden?
  • Wie hoch ist die gewünschte Taktleistung?
  • Wird von oben, seitlich, frontal oder über Eck etikettiert?
  • Sind variable Daten, Barcodes oder Seriennummern erforderlich?
  • Welche Schnittstellen werden benötigt?
  • Gibt es besondere Anforderungen an Staub, Feuchtigkeit, Temperatur oder Hygiene?
  • Soll das System in eine bestehende Linie integriert werden?

FAQ: Häufige Fragen zu Print & Apply Systemen

Was ist der Unterschied zwischen Etikettenspender und Print & Apply System?

Ein Etikettenspender bringt vorgedruckte Etiketten auf. Ein Print & Apply System druckt das Etikett erst im Prozess und appliziert es anschließend automatisch.

Wann lohnt sich ein Print & Apply System?

Ein solches System lohnt sich besonders bei variablen Daten, hohen Stückzahlen, wiederkehrenden Etikettierprozessen oder hohen Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit.

Welche Druckverfahren werden verwendet?

Üblich sind Thermodirektdruck und Thermotransferdruck. Thermodirekt eignet sich für kurzlebige Etiketten, Thermotransfer für haltbarere Kennzeichnungen.

Können Print & Apply Systeme in bestehende Anlagen integriert werden?

Ja. Die Systeme lassen sich in Fördertechnik, Verpackungslinien, Palettieranlagen oder Produktionsanlagen integrieren.

Welche Daten können gedruckt werden?

Möglich sind Texte, Barcodes, QR-Codes, Seriennummern, Chargen, Logos, Zeitstempel, Artikelinformationen und Versanddaten.

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