GS1-128 Etiketten aus Business Central automatisch drucken

GS1-128 Etiketten aus Business Central automatisch drucken

GS1-128 Etiketten Business Central – mit der richtigen Schnittstelle lassen sich Etiketten automatisch aus Microsoft Dynamics 365 Business Central erstellen und drucken. Statt Artikelnummern, Chargen und Mengen manuell zu übertragen, übernimmt NiceLabel die vorhandenen ERP-Daten. Das reduziert Eingabefehler, beschleunigt Kennzeichnungsprozesse und vereinfacht die Abläufe in Produktion und Logistik.

Mit der Verbindung von Microsoft Dynamics 365 Business Central, NiceLabel und einer automatisierten Drucklösung lassen sich GS1-128 Etiketten direkt auf Basis vorhandener ERP-Daten erzeugen. Artikelnummern, Chargen, Mengen und weitere Kennzeichnungsinformationen werden automatisch übernommen und als standardisierte Barcodes ausgegeben.

Dieser Artikel zeigt, wie die Integration funktioniert, welche technischen Voraussetzungen erforderlich sind und wie Unternehmen ihre Etikettierungsprozesse automatisieren können.

Inhaltsverzeichnis

1. Warum GS1-128 Etiketten mit Business Central verbinden?

Microsoft Dynamics 365 Business Central verwaltet zahlreiche Informationen, die für die Kennzeichnung von Produkten, Verpackungen und Transporteinheiten benötigt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Artikelnummern und GTIN
  • Chargen- und Seriennummern
  • Produktions- und Mindesthaltbarkeitsdaten
  • Verpackungs- und Mengeninformationen
  • Auftrags- und Lieferinformationen
  • SSCC beziehungsweise NVE zur Identifikation logistischer Einheiten

Werden diese Informationen manuell in eine Etikettensoftware übertragen, entstehen zusätzliche Prozessschritte und Fehlerquellen.

Eine automatisierte Schnittstelle ermöglicht es, relevante Informationen direkt aus Business Central an die Etikettensoftware zu übergeben.

GS1-128 als Standard für die Logistik

Der GS1-128 Barcode ermöglicht es, mehrere Informationen innerhalb eines maschinenlesbaren Barcodes abzubilden. Die einzelnen Datenfelder werden durch sogenannte Application Identifier (AI), auch Datenbezeichner genannt, definiert.

Typische Beispiele sind:

  • (01) – GTIN
  • (10) – Chargennummer
  • (11) – Produktionsdatum
  • (15) – Mindesthaltbarkeitsdatum
  • (17) – Verfallsdatum
  • (21) – Seriennummer
  • (30) – Variable Menge
  • (00) – SSCC / NVE

Welche Datenbezeichner erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Kennzeichnungsprozess und den Anforderungen der Handelspartner ab.

2. Wie funktioniert die technische Integration?

Für den automatischen Druck von GS1-128 Etiketten werden drei Komponenten miteinander verbunden:

  1. Microsoft Dynamics 365 Business Central: Stellt die benötigten Artikel-, Auftrags- oder Logistikdaten bereit.
  2. NiceLabel beziehungsweise Loftware: Übernimmt die Daten, verarbeitet sie und erzeugt das passende Etikett.
  3. Etikettendrucker: Druckt das fertige Etikett auf dem vorgesehenen Material.

Typischer Ablauf

Ein Mitarbeiter bucht beispielsweise einen Warenausgang in Business Central. Ein dafür eingerichteter Prozess stellt die benötigten Daten bereit und löst die Übergabe an die Etikettensoftware aus.

NiceLabel Automation verarbeitet die übermittelten Informationen, weist sie den entsprechenden Etikettenvariablen zu und startet den Druckauftrag.

Wichtig: Business Central stellt nicht automatisch für jeden Buchungsvorgang einen fertigen Etikettendruck-Trigger bereit. Die Auslösung muss über eine geeignete Integration, Erweiterung oder einen definierten Prozess eingerichtet werden.

3. ERP-Daten über API, JSON oder XML übertragen

Die Integration zwischen Business Central und NiceLabel kann über unterschiedliche technische Wege erfolgen. Entscheidend sind die vorhandene Systemarchitektur, die Datenstruktur und der gewünschte Automatisierungsgrad.

REST-API und Webservices

Business Central stellt APIs und Webservices zur Verfügung, über die berechtigte Anwendungen auf ERP-Daten zugreifen können.

Eine Integrationslösung kann relevante Informationen abrufen und für den Etikettendruck bereitstellen. Alternativ kann eine Erweiterung in Business Central bei einem definierten Ereignis einen Druckauftrag an einen geeigneten Dienst übergeben.

Für den Datenaustausch wird häufig JSON verwendet.

Beispiel einer JSON-Datenstruktur

Ein vereinfachter Datensatz für den Etikettendruck könnte folgendermaßen aussehen:

{
  "Artikelnummer": "ART-10025",
  "GTIN": "04012345678901",
  "Charge": "CH20261030",
  "Menge": 120,
  "Produktionsdatum": "2026-10-30",
  "Drucker": "Lager_Drucker_01",
  "Etikettenvorlage": "GS1_128_Versand.nlbl"
}

Die dargestellte Struktur dient als Integrationsbeispiel und ist kein standardisiertes Business-Central-API-Format. Feldnamen und Datenstruktur müssen zur jeweiligen Schnittstelle passen.

Die Informationen können anschließend den entsprechenden Variablen innerhalb der Etikettenvorlage zugeordnet werden.

Alternative: XML- oder CSV-Dateien

Neben einer API-basierten Integration können auch XML- oder CSV-Dateien verwendet werden.

Ein vorgelagertes System exportiert die benötigten Daten in ein definiertes Verzeichnis. NiceLabel Automation überwacht dieses Verzeichnis und verarbeitet neue Dateien automatisch.

Dieser Ansatz eignet sich insbesondere für bestehende Systemlandschaften, in denen bereits dateibasierte Schnittstellen vorhanden sind.

4. GS1-128 Etiketten mit NiceLabel Automation drucken

NiceLabel Automation ermöglicht es, Druckaufträge anhand definierter Ereignisse und übergebener Daten automatisch auszuführen.

Schritt 1: Etikettenvorlage erstellen

Im NiceLabel Designer wird zunächst eine passende GS1-128 Etikettenvorlage erstellt.

Die benötigten Felder werden als Variablen angelegt und mit den entsprechenden Barcode- oder Textobjekten verbunden.

Bei der Erstellung des GS1-128 Barcodes müssen die Datenbezeichner korrekt konfiguriert werden. Insbesondere variable Datenfelder benötigen eine standardkonforme Trennung der einzelnen Datenelemente.

Schritt 2: Datenübertragung konfigurieren

In NiceLabel Automation wird ein passender Trigger eingerichtet. Je nach Architektur kann dieser beispielsweise auf eingehende HTTP-Anfragen oder auf neue Dateien in einem überwachten Verzeichnis reagieren.

Die eingehenden Informationen werden ausgelesen und den Variablen der Etikettenvorlage zugeordnet.

Schritt 3: Drucker und Druckmenge festlegen

Der Druckauftrag wird an einen definierten Etikettendrucker übergeben.

Bei Bedarf können auch Druckername und Druckmenge dynamisch aus dem ERP-System beziehungsweise der Integrationslösung übernommen werden.

Dadurch lässt sich beispielsweise festlegen, dass Etiketten für einen bestimmten Lagerbereich automatisch auf dem dort installierten Drucker ausgegeben werden.

Schritt 4: Daten prüfen und Druck auslösen

Vor dem eigentlichen Druck sollten die eingehenden Informationen validiert werden.

Typische Prüfungen sind:

  • Ist die GTIN vollständig und formal gültig?
  • Sind alle erforderlichen Datenfelder vorhanden?
  • Entsprechen Datumswerte dem erwarteten Format?
  • Ist die angeforderte Druckmenge plausibel?
  • Ist der vorgesehene Drucker verfügbar?

Erst wenn die definierten Bedingungen erfüllt sind, sollte der Druckauftrag ausgeführt werden. Fehlerhafte Datensätze können protokolliert und zur Nachbearbeitung bereitgestellt werden.

5. Praxisbeispiel: Automatischer Druck eines Versandetiketts

Ein Produktionsunternehmen nutzt Business Central für die Verwaltung seiner Artikel, Chargen und Versandaufträge.

Beim Verpacken einer Lieferung sollen automatisch GS1-128 Etiketten erzeugt werden.

Ausgangssituation

Die Mitarbeiter übertragen bislang Artikelnummer, Charge und Menge manuell in die Etikettensoftware. Anschließend wählen sie den Drucker aus und starten den Druck.

Dieser Prozess muss für zahlreiche Verpackungseinheiten wiederholt werden.

Automatisierter Prozess

  1. Ein Versandauftrag wird in Business Central zur Etikettierung freigegeben.
  2. Die eingerichtete Integration übermittelt die benötigten Daten.
  3. NiceLabel Automation verarbeitet den Datensatz.
  4. Die Variablen der GS1-128 Vorlage werden automatisch befüllt.
  5. Die Lösung prüft die definierten Pflichtfelder.
  6. Der Druckauftrag wird an den vorgesehenen Etikettendrucker übergeben.

Die Mitarbeiter müssen die Daten nicht erneut eingeben. Dadurch sinkt das Risiko von Übertragungsfehlern und der Kennzeichnungsprozess wird beschleunigt.

Hinweis: Wenn ein SSCC für eine logistische Einheit benötigt wird, muss seine eindeutige Vergabe sichergestellt sein. Eine einfache Artikelnummer oder Auftragsnummer ersetzt keinen standardkonform erzeugten SSCC.

6. Vorteile und Voraussetzungen der Automatisierung

Weniger manuelle Eingaben

Die relevanten Informationen werden direkt aus dem ERP-Prozess übernommen. Eine erneute manuelle Erfassung entfällt weitgehend.

Geringeres Fehlerrisiko

Durch eine definierte Datenübergabe und automatische Prüfungen lassen sich typische Eingabefehler reduzieren.

Schnellere Abläufe

Etiketten können unmittelbar nach dem vorgesehenen Prozessereignis erzeugt werden. Das reduziert Wartezeiten zwischen Buchung, Verpackung und Kennzeichnung.

Einheitliche Etikettenvorlagen

Die Etikettengestaltung wird zentral verwaltet. Änderungen am Layout können vorgenommen werden, ohne sämtliche ERP-Prozesse neu aufzubauen, sofern die Schnittstellenstruktur unverändert bleibt.

Nachvollziehbarkeit

Je nach eingesetzter Loftware-Lösung und Konfiguration können Druckvorgänge protokolliert und für spätere Auswertungen bereitgestellt werden.

Technische Voraussetzungen

  • Eine geeignete Business-Central-Schnittstelle oder Erweiterung
  • Eine passende NiceLabel- beziehungsweise Loftware-Lizenz mit den benötigten Automatisierungsfunktionen
  • Definierte Datenfelder und Etikettenvorlagen
  • Kompatible, installierte und erreichbare Etikettendrucker
  • Eine abgestimmte Fehlerbehandlung und Protokollierung
  • Geeignete Authentifizierung und Berechtigungen für den Datenaustausch

Die konkrete Umsetzung hängt von der Business-Central-Version, der eingesetzten Etikettensoftware und den vorhandenen IT-Strukturen ab.

7. Häufig gestellte Fragen

Kann Business Central GS1-128 Etiketten automatisch drucken?

Ja. Mit einer geeigneten Schnittstelle und einer Etikettensoftware wie NiceLabel lassen sich Druckprozesse automatisieren. Dafür muss die Datenübertragung und Auslösung des Druckauftrags entsprechend eingerichtet werden.

Benötige ich NiceLabel Automation?

Für eine ereignisgesteuerte, unbeaufsichtigte Druckautomatisierung ist NiceLabel Automation eine mögliche Lösung. Welche Funktionen und Lizenzen benötigt werden, hängt von der gewünschten Architektur und dem eingesetzten Loftware-Produkt ab.

Kann ich unterschiedliche Drucker aus Business Central ansteuern?

Ja. Der gewünschte Drucker kann beispielsweise anhand des Lagerorts, des Arbeitsplatzes oder eines übergebenen Druckernamens ausgewählt werden. Die Zuordnung muss in der Integrationslösung entsprechend konfiguriert sein.

Können auch SSCC-Etiketten automatisch erstellt werden?

Ja. Voraussetzung ist, dass die SSCC-Nummern eindeutig und gemäß den GS1-Vorgaben erzeugt beziehungsweise verwaltet werden. Anschließend können sie auf einem GS1-128 Transportetikett ausgegeben werden.

Ist auch eine Integration ohne direkte API-Anbindung möglich?

Ja. Je nach Systemlandschaft können XML- oder CSV-Dateien als Übergabeformat verwendet werden. NiceLabel Automation kann diese Dateien über einen entsprechend konfigurierten Trigger verarbeiten.

Funktioniert die Integration mit vorhandenen Etikettendruckern?

In vielen Fällen können bestehende Drucker weiterverwendet werden. Voraussetzung sind kompatible Treiber, die passende Druckauflösung und eine geeignete technische Anbindung.

Fazit: Business Central und GS1-128 Etikettierung sinnvoll verbinden

Die automatische Erstellung von GS1-128 Etiketten aus Microsoft Dynamics 365 Business Central kann Kennzeichnungsprozesse deutlich vereinfachen.

Statt Daten mehrfach zu erfassen, werden vorhandene ERP-Informationen über eine definierte Schnittstelle an NiceLabel übergeben und für den Etikettendruck verarbeitet.

Entscheidend ist dabei nicht allein die technische Verbindung. Erst durch eine saubere Datenstruktur, zuverlässige Prüfungen und einen definierten Druckprozess entsteht eine belastbare Lösung für Produktion und Logistik.

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