GS1-128 manuell oder automatisiert? Wann sich welche Lösung lohnt
GS1-128 automatisieren oder Transportetiketten weiterhin manuell erstellen? Diese Frage stellt sich vielen Unternehmen, wenn Druckmengen steigen, neue Kundenanforderungen hinzukommen oder Fehler beim Etikettendruck auftreten. Doch nicht jeder Betrieb benötigt sofort eine vollständige Automatisierung.
Entscheidend sind die Anzahl der Etiketten, die vorhandenen Datenquellen und der Aufwand für die manuelle Bearbeitung. Wir zeigen, wann sich welche Lösung lohnt und wie Unternehmen ihre Kennzeichnungsprozesse wirtschaftlich gestalten.
Inhaltsverzeichnis
- GS1-128 Etiketten manuell erstellen
- GS1-128 automatisieren: So funktioniert es
- Manueller und automatisierter Druck im Vergleich
- Wann lohnt sich die Automatisierung?
- GS1-128 Etikettendruck schrittweise automatisieren
- Häufige Fragen
GS1-128 Etiketten manuell erstellen: Wann ist das sinnvoll?
Beim manuellen Etikettendruck geben Mitarbeiter die benötigten Daten selbst in eine Etikettenvorlage ein. Dazu gehören beispielsweise Artikelnummern, Chargen, Mengen oder SSCC-Nummern.
Die Etikettensoftware erzeugt daraus den GS1-128 Barcode und übermittelt das fertige Etikett an den Drucker.
Vorteile des manuellen Etikettendrucks
- Geringerer technischer Einrichtungsaufwand
- Keine zwingende ERP-Anbindung erforderlich
- Geeignet für geringe oder unregelmäßige Druckmengen
- Flexible Eingabe unterschiedlicher Etikettendaten
Manuelle Lösungen sind besonders für Unternehmen interessant, die nur gelegentlich Transportetiketten erstellen und deren Daten überschaubar bleiben.
Wo liegen die Grenzen?
Mit steigenden Druckmengen wächst der Aufwand für die Dateneingabe. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko von Tippfehlern, falschen Chargennummern oder unvollständigen Angaben.
Auch die Vergabe eindeutiger SSCC-Nummern muss zuverlässig organisiert werden. Gerade bei mehreren Mitarbeitern oder Druckplätzen kann dies zusätzlichen Aufwand verursachen.
GS1-128 automatisieren: So funktioniert der automatische Etikettendruck
Unternehmen können GS1-128 automatisieren, indem sie ihre Etikettensoftware direkt mit bestehenden Datenquellen verbinden.
Die benötigten Informationen stammen dann beispielsweise aus einem ERP-System, einer Datenbank oder einem Lagerverwaltungssystem.
Ein typischer automatisierter Druckprozess besteht aus fünf Schritten:
- Ein Auftrag oder eine logistische Einheit wird im ERP-System verarbeitet.
- Das System stellt die benötigten Etikettendaten bereit.
- Die Daten werden über eine Schnittstelle an die Etikettensoftware übertragen.
- Die Software befüllt die GS1-128 Vorlage mit den übergebenen Informationen.
- Das fertige Etikett wird automatisch am vorgesehenen Drucker ausgegeben.
Mit Lösungen wie Loftware NiceLabel Automation lassen sich solche Prozesse beispielsweise über JSON-, XML- oder CSV-Daten und geeignete Schnittstellen umsetzen.
Die Datenübernahme erfolgt ohne erneute manuelle Eingabe. Dadurch können Übertragungsfehler reduziert und wiederkehrende Abläufe beschleunigt werden.
GS1-128 manuell oder automatisiert: Der direkte Vergleich
| Kriterium | Manueller Druck | Automatisierter Druck |
|---|---|---|
| Einrichtung | Geringer Aufwand | Höherer Integrationsaufwand |
| Dateneingabe | Durch Mitarbeiter | Aus bestehenden Systemen |
| Fehlerrisiko | Abhängig von manuellen Eingaben | Weniger Übertragungsfehler |
| Druckgeschwindigkeit | Abhängig vom Bediener | Automatisierter Ablauf |
| ERP-Anbindung | Nicht erforderlich | Häufig sinnvoll |
| Skalierbarkeit | Begrenzt durch Personalaufwand | Für hohe Druckmengen geeignet |
Beide Verfahren können GS1-konforme Etiketten erzeugen. Voraussetzung sind korrekt konfigurierte Vorlagen, gültige Daten und eine geeignete Druckqualität.
Weitere Informationen zu den Anforderungen bietet GS1 Germany zum GS1-128 Standard.
Wann lohnt es sich, GS1-128 zu automatisieren?
Ob sich die Investition rechnet, hängt weniger von der reinen Anzahl der Drucker als vom gesamten Aufwand pro Etikett ab.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt das Potenzial:
Beispiel: 200 Transportetiketten pro Arbeitstag
Angenommen, die manuelle Dateneingabe und Druckauslösung benötigen durchschnittlich 45 Sekunden pro Etikett.
- 200 Etiketten täglich
- 45 Sekunden manueller Aufwand je Etikett
- 150 Minuten Arbeitszeit pro Tag
- 20 Arbeitstage pro Monat
Damit entstehen monatlich rund 50 Arbeitsstunden für die manuelle Etikettenerstellung.
Reduziert eine automatisierte Lösung den durchschnittlichen manuellen Aufwand auf fünf Sekunden pro Etikett, verbleiben rund 5,6 Stunden monatlich.
Das rechnerische Einsparpotenzial beträgt damit etwa 44 Stunden pro Monat.
Bei angenommenen internen Personalkosten von 35 Euro pro Stunde entspricht dies rund 1.556 Euro monatlich beziehungsweise etwa 18.667 Euro jährlich.
Diese Beispielrechnung berücksichtigt noch keine Softwarelizenzen, Implementierungskosten, Wartung oder zusätzlichen Aufwand bei Störungen. Sie dient als Orientierung und ist keine garantierte Einsparung.
Weitere wirtschaftliche Vorteile
Neben der eingesparten Arbeitszeit können weitere Faktoren für eine Automatisierung sprechen:
- Weniger fehlerhafte Transportetiketten
- Geringerer Aufwand für Nachdrucke und Korrekturen
- Schnellere Abwicklung von Versandaufträgen
- Einheitliche Etikettenvorlagen
- Bessere Integration in bestehende Produktionsprozesse
Besonders interessant wird die Automatisierung, wenn Etikettendaten bereits digital vorliegen und bisher lediglich manuell in die Drucksoftware übertragen werden.
GS1-128 Etikettendruck schrittweise automatisieren
Wer GS1-128 automatisieren möchte, muss nicht sofort sämtliche Druckplätze und Prozesse umstellen.
In vielen Unternehmen bietet sich ein schrittweiser Einstieg an.
Schritt 1: Bestehenden Druckprozess analysieren
Ermitteln Sie, wie viele Etiketten täglich erstellt werden, welche Daten benötigt werden und wo manuelle Eingaben stattfinden.
Schritt 2: Datenquellen identifizieren
Prüfen Sie, ob Artikelnummern, Chargen, Mengen und Versandinformationen bereits in einem ERP-System oder einer Datenbank verfügbar sind.
Schritt 3: Druckprozess anbinden
Über eine geeignete Schnittstelle können die vorhandenen Daten automatisch an Loftware NiceLabel übergeben werden.
Schritt 4: Etiketten und Daten prüfen
Vor dem produktiven Einsatz sollten insbesondere GS1-Datenbezeichner, SSCC-Vergabe, Druckmengen und Barcode-Lesbarkeit geprüft werden.
Schritt 5: Automatisierung erweitern
Nach erfolgreichem Test können weitere Druckplätze, Etikettenvorlagen oder Standorte integriert werden.
Häufige Fragen zum automatisierten GS1-128 Etikettendruck
Kann ich GS1-128 ohne ERP-System automatisieren?
Ja. Auch CSV-, XML- oder JSON-Dateien sowie Datenbanken können als Datenquellen verwendet werden. Eine direkte ERP-Anbindung ist nicht zwingend erforderlich.
Ab welcher Druckmenge lohnt sich die Automatisierung?
Eine feste Mindestmenge gibt es nicht. Entscheidend sind der Zeitaufwand, die Fehlerkosten und die vorhandene IT-Infrastruktur. Bereits bei geringeren Druckmengen kann sich die Automatisierung lohnen, wenn viele Daten manuell übertragen werden müssen.
Kann NiceLabel GS1-128 Etiketten automatisch drucken?
Ja. Mit Loftware NiceLabel Automation können Druckaufträge durch eingehende Daten oder definierte Ereignisse ausgelöst werden. Voraussetzung sind eine geeignete Lizenzierung und eine entsprechend konfigurierte Lösung.
Ist automatisierter Etikettendruck fehlerfrei?
Nein. Auch automatisierte Prozesse benötigen korrekte Stammdaten, geprüfte Etikettenvorlagen und eine zuverlässige Schnittstelle. Die Automatisierung reduziert insbesondere Fehler durch wiederholte manuelle Dateneingaben.
Fazit: GS1-128 automatisieren, wenn Aufwand und Fehlerkosten steigen
Manueller GS1-128 Etikettendruck bleibt für geringe und unregelmäßige Druckmengen eine sinnvolle Lösung.
Sobald Mitarbeiter jedoch täglich große Mengen an Etikettendaten übertragen, mehrere Druckplätze bedienen oder wiederkehrende Fehler korrigieren müssen, sollte eine Automatisierung geprüft werden.
Wer GS1-128 automatisieren möchte, sollte zunächst den tatsächlichen Zeitaufwand und die vorhandenen Datenquellen analysieren. Daraus lässt sich ableiten, welche Lösung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
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