GS1-128 Prüfziffer berechnen: SSCC und GTIN richtig prüfen
Eine falsche Prüfziffer kann dazu führen, dass eine SSCC oder GTIN bei der Verarbeitung zurückgewiesen wird. Wer die SSCC Prüfziffer berechnen möchte, benötigt dafür das GS1-Modulo-10-Verfahren. Damit lässt sich kontrollieren, ob die letzte Ziffer einer Identifikationsnummer rechnerisch korrekt ist.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Prüfziffer für SSCC und GTIN berechnet wird, welche Fehler häufig auftreten und wie sich die Prüfung beim automatisierten Etikettendruck umsetzen lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine GS1-Prüfziffer?
- SSCC Prüfziffer berechnen: Schritt für Schritt
- GTIN-Prüfziffer richtig berechnen
- Typische Fehler bei der Prüfzifferberechnung
- Prüfziffern automatisch prüfen
- Häufige Fragen
Was ist eine GS1-Prüfziffer?
Die Prüfziffer ist die letzte Ziffer einer GS1-Identifikationsnummer. Sie wird aus den vorhergehenden Ziffern berechnet und dient dazu, bestimmte Eingabe- und Übertragungsfehler zu erkennen.
Das Verfahren wird unter anderem bei folgenden Nummern eingesetzt:
- SSCC: 18-stellige Nummer zur Identifikation logistischer Einheiten
- GTIN-13: 13-stellige Artikelidentifikationsnummer
- GTIN-14: 14-stellige Artikelidentifikationsnummer
- GTIN-8: 8-stellige Artikelidentifikationsnummer
Die Berechnung erfolgt nach dem GS1-Modulo-10-Verfahren mit den Gewichtungsfaktoren 3 und 1.
Wichtig: Eine korrekte Prüfziffer bestätigt nur die rechnerische Konsistenz der Nummer. Sie beweist nicht, dass die Nummer tatsächlich vergeben wurde, eindeutig ist oder zum richtigen Produkt gehört.
SSCC Prüfziffer berechnen: Schritt für Schritt
Eine SSCC besteht aus insgesamt 18 Ziffern. Die ersten 17 Ziffern bilden die Grundlage für die Berechnung der letzten Ziffer.
Beim GS1-Modulo-10-Verfahren werden die Ziffern von rechts nach links abwechselnd mit 3 und 1 multipliziert. Die Gewichtung beginnt bei der rechten Ziffer der Nummer ohne Prüfziffer mit dem Faktor 3.
Beispiel zur SSCC-Prüfziffer
Wir verwenden folgende 17-stellige Beispielnummer:
34012345678901234
Die einzelnen Ziffern werden mit den jeweiligen Gewichtungsfaktoren multipliziert.
| Ziffer | Faktor | Ergebnis |
|---|---|---|
| 3 | 3 | 9 |
| 4 | 1 | 4 |
| 0 | 3 | 0 |
| 1 | 1 | 1 |
| 2 | 3 | 6 |
| 3 | 1 | 3 |
| 4 | 3 | 12 |
| 5 | 1 | 5 |
| 6 | 3 | 18 |
| 7 | 1 | 7 |
| 8 | 3 | 24 |
| 9 | 1 | 9 |
| 0 | 3 | 0 |
| 1 | 1 | 1 |
| 2 | 3 | 6 |
| 3 | 1 | 3 |
| 4 | 3 | 12 |
Die Summe aller Ergebnisse beträgt 120.
Da 120 bereits durch 10 teilbar ist, lautet die Prüfziffer 0.
Die vollständige 18-stellige Beispiel-SSCC lautet somit:
340123456789012340
Auf einem GS1-128-Transportetikett wird die SSCC mit dem GS1-Datenbezeichner (00) gekennzeichnet.
In der Klarschriftzeile erscheint beispielsweise:
(00) 340123456789012340
Die Klammern dienen dabei der lesbaren Darstellung des Datenbezeichners. Sie gehören nicht als Zeichen zum codierten Dateninhalt.
GTIN-Prüfziffer richtig berechnen
Auch die Prüfziffer einer GTIN wird nach dem GS1-Modulo-10-Verfahren berechnet. Der Unterschied liegt in der Anzahl der Ziffern.
Für eine GTIN-13 werden beispielsweise die ersten 12 Ziffern zur Berechnung verwendet.
Beispiel einer GTIN-13
Ausgangsnummer ohne Prüfziffer:
400638133393
Die Ziffern werden von rechts nach links abwechselnd mit 3 und 1 gewichtet.
Die Berechnung ergibt eine gewichtete Summe von 89.
Die nächste durch 10 teilbare Zahl ist 90. Die Differenz beträgt 1.
Damit lautet die vollständige GTIN-13:
4006381333931
Wird eine GTIN in einem GS1-128-Barcode mit dem Datenbezeichner (01) codiert, muss das Datenfeld 14-stellig sein. Eine GTIN-13 wird dafür links mit einer Null aufgefüllt.
Beispiel:
(01) 04006381333931
Die führende Null verändert die bestehende Prüfziffer nicht.

Typische Fehler bei der Prüfzifferberechnung
Fehler entstehen häufig nicht durch das Berechnungsverfahren selbst, sondern durch die Verarbeitung der Nummern in Software und Schnittstellen.
1. Falsche Gewichtungsreihenfolge
Die Faktoren 3 und 1 müssen korrekt zugeordnet werden. Die Berechnung beginnt von rechts bei der letzten Ziffer vor der Prüfziffer mit dem Faktor 3.
2. Führende Nullen gehen verloren
Werden GTIN oder SSCC als numerische Werte verarbeitet, können führende Nullen entfernt werden. Deshalb sollten GS1-Identifikationsnummern in Schnittstellen und Datenbanken als Zeichenfolgen behandelt werden.
3. Prüfziffer wird doppelt berechnet
Einige Systeme übergeben bereits vollständige Nummern inklusive Prüfziffer. Wird anschließend erneut eine Prüfziffer angehängt, entsteht eine ungültige Nummer.
4. Datenbezeichner wird mitberechnet
Der GS1-Datenbezeichner, beispielsweise (00) für SSCC oder (01) für GTIN, gehört nicht zur Prüfzifferberechnung der Identifikationsnummer.
5. Prüfziffer wird mit Eindeutigkeit verwechselt
Auch eine rechnerisch korrekte SSCC kann mehrfach vergeben worden sein. Die eindeutige Nummernvergabe muss deshalb unabhängig von der Prüfzifferprüfung sichergestellt werden.
SSCC Prüfziffer automatisch berechnen und prüfen
Bei größeren Druckmengen ist eine manuelle Berechnung nicht sinnvoll. Stattdessen sollte die Prüfziffer automatisch durch das dafür vorgesehene System oder die Etikettensoftware verarbeitet werden.
Mit Lösungen wie NiceLabel beziehungsweise Loftware lassen sich GS1-128-Etiketten aus strukturierten Daten erzeugen und entsprechende Prüfungen in den Druckprozess integrieren.
Je nach verwendeter Barcodefunktion kann die Prüfziffer automatisch berechnet werden. Entscheidend ist, ob die Datenquelle eine vollständige Identifikationsnummer oder eine Nummer ohne Prüfziffer liefert.
Beispiel für einen automatisierten Druckprozess
- Das ERP-System stellt die benötigten Artikel- oder Versanddaten bereit.
- Eine SSCC wird aus dem vorgesehenen Nummernkreis vergeben.
- Die Prüfziffer wird berechnet oder eine bereits vorhandene Prüfziffer validiert.
- Die vollständige Nummer wird an die Etikettenvorlage übergeben.
- Der GS1-128-Barcode wird erzeugt und gedruckt.
Besonders bei mehreren Druckplätzen ist eine zentrale Nummernverwaltung wichtig, damit nicht versehentlich identische SSCC-Nummern für unterschiedliche logistische Einheiten vergeben werden.
Zusätzlich sollte der erzeugte Barcode vor dem produktiven Einsatz auf korrekte Dateninhalte und ausreichende Druckqualität geprüft werden.

Häufige Fragen zur SSCC-Prüfziffer
Wie kann ich eine SSCC Prüfziffer berechnen?
Die ersten 17 Ziffern werden von rechts nach links abwechselnd mit 3 und 1 multipliziert. Die Ergebnisse werden addiert. Die Prüfziffer ergänzt die Summe auf das nächste Vielfache von 10. Ist die Summe bereits durch 10 teilbar, lautet die Prüfziffer 0.
Wie viele Stellen hat eine SSCC?
Eine vollständige SSCC besteht aus 18 Ziffern einschließlich der Prüfziffer. Im GS1-128-Barcode wird sie mit dem Datenbezeichner (00) gekennzeichnet.
Ist die Prüfziffer bei SSCC und GTIN identisch berechnet?
Ja. Beide verwenden das GS1-Modulo-10-Verfahren. Lediglich die Länge der zugrunde liegenden Identifikationsnummer unterscheidet sich.
Kann NiceLabel die Prüfziffer automatisch berechnen?
Ja, geeignete GS1-Barcodefunktionen können die Prüfziffer automatisch verarbeiten. Die genaue Konfiguration hängt vom verwendeten Barcodeobjekt und der eingesetzten Softwareversion ab.
Was passiert bei einer falschen SSCC-Prüfziffer?
Ein System, das die Prüfziffer validiert, kann die Nummer als ungültig zurückweisen. Der Barcode kann unter Umständen trotzdem technisch lesbar sein. Eine erfolgreiche Barcodeerfassung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die enthaltene SSCC gültig ist.
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