GS1-128 Projekt starten: Welche Daten und Unterlagen werden benötigt?
Sie möchten ein GS1-128 Projekt starten und Transportetiketten künftig zuverlässig erstellen und drucken? Dann sollten Sie zunächst die benötigten Daten, technischen Voraussetzungen und Anforderungen klären.
Ob manueller Etikettendruck oder automatisierte Anbindung an ein ERP-System: Eine gute Vorbereitung reduziert Rückfragen, vermeidet Fehler und beschleunigt die Umsetzung. Unsere Checkliste zeigt, welche Informationen Sie vor Projektbeginn zusammenstellen sollten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Anforderungen an das GS1-128 Projekt
- 2. Welche Stammdaten werden benötigt?
- 3. Etikettenvorlagen und Kundenanforderungen
- 4. Technische Voraussetzungen prüfen
- 5. ERP-Anbindung und Automatisierung
- 6. Checkliste für den Projektstart
- Häufig gestellte Fragen
1. Anforderungen an das GS1-128 Projekt
Bevor Sie mit der Erstellung eines GS1-128 Etiketts beginnen, sollten Sie festlegen, welche Informationen auf dem Etikett dargestellt werden müssen und wie der Druckprozess ablaufen soll.
Folgende Fragen helfen bei der Vorbereitung:
- Wer erhält die Etiketten – Kunden, Handelsunternehmen oder Logistikdienstleister?
- Werden Paletten, Kartons oder andere logistische Einheiten gekennzeichnet?
- Welche Informationen müssen im Barcode enthalten sein?
- Wie viele Etiketten werden täglich benötigt?
- Erfolgt der Druck manuell oder automatisch?
- Wie viele Druckplätze und Standorte sind beteiligt?
Praxis-Tipp: Fordert ein Kunde ein bestimmtes Transportetikett, sollten Sie dessen aktuelle Kennzeichnungsvorgaben bereits vor Projektbeginn anfordern.
2. Welche Stammdaten werden benötigt?
Ein GS1-128 Barcode kann unterschiedliche Informationen enthalten. Welche Daten tatsächlich benötigt werden, hängt von der Anwendung und den Anforderungen des Empfängers ab.
Typische Daten für GS1-128 Etiketten
| Datenfeld | Beschreibung |
|---|---|
| GTIN | Globale Artikelnummer zur Identifikation von Handelseinheiten |
| SSCC / NVE | Eindeutige Identifikationsnummer einer logistischen Einheit |
| Chargennummer | Rückverfolgung von Produktionschargen |
| Mindesthaltbarkeitsdatum | Datumsangabe bei entsprechenden Produkten |
| Produktionsdatum | Datum der Herstellung |
| Mengenangaben | Beispielsweise Stückzahl oder enthaltene Handelseinheiten |
| Artikelbezeichnung | Lesbare Produktinformation auf dem Etikett |
Die Daten werden im GS1-128 Barcode mithilfe sogenannter Application Identifier (AI) strukturiert. Beispielsweise kennzeichnet AI (00) die SSCC, AI (01) die GTIN und AI (10) die Chargennummer.
Wichtig: Nicht jedes GS1-128 Etikett benötigt sämtliche Datenfelder. Die erforderlichen Inhalte müssen anhand des konkreten Anwendungsfalls festgelegt werden.
Besonderheit bei der SSCC-Vergabe
Wenn logistische Einheiten über eine SSCC identifiziert werden, muss die eindeutige Nummernvergabe sichergestellt sein. Dafür wird unter anderem eine gültige GS1-Basisnummer benötigt, die zur SSCC-Bildung verwendet werden darf.
Bei mehreren Druckplätzen oder Standorten sollte frühzeitig geklärt werden, welches System die SSCC erzeugt und verwaltet. So lassen sich doppelte Nummernvergaben vermeiden.
3. Etikettenvorlagen und Kundenanforderungen
Für die Umsetzung eines GS1-128 Projekts sind vorhandene Etikettenmuster besonders hilfreich. Sie zeigen, welche Informationen benötigt werden und wie das fertige Etikett aussehen soll.
Idealerweise stellen Sie folgende Unterlagen bereit:
- Ein Muster des gewünschten Transportetiketts als PDF oder Bild
- Die aktuellen Etikettiervorgaben Ihres Kunden
- Die gewünschte Etikettengröße in Millimetern
- Eine Liste aller benötigten Datenfelder
- Beispieldaten für mindestens einen vollständigen Druckvorgang
- Informationen zu besonderen Barcode- oder Layoutanforderungen
Zusätzlich sollten Anforderungen an die Barcodequalität und die Positionierung auf der logistischen Einheit berücksichtigt werden.
Wichtig: Ein optisch korrektes Etikett ist nicht automatisch GS1-konform. Datenstruktur, Barcodeabmessungen, Druckqualität und gegebenenfalls kundenspezifische Vorgaben müssen ebenfalls stimmen.
4. Technische Voraussetzungen prüfen
Neben den Daten spielt die vorhandene Druckumgebung eine entscheidende Rolle. Bereits zu Projektbeginn sollte geklärt werden, welche Hardware und Software eingesetzt wird.
Benötigte Informationen zur Druckumgebung
- Hersteller und Modell der vorhandenen Etikettendrucker
- Druckauflösung, beispielsweise 203 oder 300 dpi
- Etikettenformat und verwendetes Material
- Anzahl der benötigten Druckplätze
- Vorhandene Etikettensoftware und Lizenzierung
- Verwendete Betriebssysteme und Druckserver
- Netzwerkanbindung der Drucker
Bei bestehenden Drucksystemen kann geprüft werden, ob diese weiterverwendet werden können. Nicht jedes GS1-128 Projekt erfordert neue Hardware.
5. ERP-Anbindung und Automatisierung
Sollen GS1-128 Etiketten automatisch erzeugt werden, müssen zusätzlich die Datenquellen und Schnittstellen definiert werden.
Typische Systeme sind beispielsweise SAP, Microsoft Dynamics 365 Business Central oder andere ERP- und Lagerverwaltungssysteme.
Für eine technische Prüfung sind folgende Informationen hilfreich:
- Name und Version des ERP- oder Warenwirtschaftssystems
- Verfügbare Schnittstellen, beispielsweise REST-API
- Beispieldateien im XML-, JSON- oder CSV-Format
- Beschreibung der verfügbaren Datenfelder
- Informationen zum Auslöser des Etikettendrucks
- Regeln zur SSCC-Erzeugung und zum Nachdruck
- Gewünschte Druckerzuordnung und Druckmenge
Mit einer Etikettensoftware wie Loftware NiceLabel können Daten aus unterschiedlichen Quellen verarbeitet und für den Etikettendruck genutzt werden.
Die konkrete Integration hängt von den verfügbaren Schnittstellen, der eingesetzten Softwareversion und den Anforderungen an den Druckprozess ab.
Praxisbeispiel: Ein ERP-System übermittelt beim Abschluss einer Verpackungseinheit die erforderlichen Daten an die Etikettensoftware. Diese befüllt die Vorlage und startet den Druck auf dem vorgesehenen Etikettendrucker.

6. Checkliste: Diese Unterlagen sollten Sie vorbereiten
Mit der folgenden Checkliste können Sie die wichtigsten Informationen für Ihr GS1-128 Projekt zusammenstellen.
Organisatorische Anforderungen
- ☐ Ansprechpartner für das Projekt festlegen
- ☐ Empfänger- und Kundenanforderungen bereitstellen
- ☐ Gewünschten Druckprozess beschreiben
- ☐ Druckvolumen und Anzahl der Standorte angeben
Etiketten und Daten
- ☐ Musteretikett bereitstellen
- ☐ Etikettenabmessungen festlegen
- ☐ Benötigte Datenfelder auflisten
- ☐ Vollständige Beispieldatensätze bereitstellen
- ☐ SSCC-Vergabe und GS1-Basisnummer klären
Technische Voraussetzungen
- ☐ Druckermodelle und Druckauflösung dokumentieren
- ☐ Vorhandene Etikettensoftware angeben
- ☐ ERP-System und Schnittstellen beschreiben
- ☐ XML-, JSON- oder CSV-Beispieldaten bereitstellen, falls vorhanden
- ☐ Anforderungen an Automatisierung und Nachdruck festlegen
Je vollständiger diese Informationen vorliegen, desto gezielter kann die technische Umsetzung geplant werden.
Häufig gestellte Fragen zum GS1-128 Projekt
Benötige ich für ein GS1-128 Projekt eine GS1-Basisnummer?
Für die eigenständige Vergabe von SSCC-Nummern wird eine entsprechend nutzbare GS1-Basisnummer benötigt. Ob weitere Identifikationsnummern erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Kann ich vorhandene Etikettendrucker weiterverwenden?
Häufig ja. Entscheidend sind unter anderem die unterstützte Druckauflösung, die Etikettengröße und die erreichbare Barcodequalität. Eine technische Prüfung ist empfehlenswert.
Muss ein GS1-128 Etikett automatisch gedruckt werden?
Nein. Kleinere Druckmengen können häufig manuell verarbeitet werden. Bei größeren Mengen, mehreren Druckplätzen oder komplexen Datenanforderungen kann eine Automatisierung sinnvoll sein.
Welche Beispieldaten werden für die Umsetzung benötigt?
Idealerweise ein vollständiger Datensatz mit allen Informationen, die später auf dem Etikett erscheinen sollen. Bei einer ERP-Anbindung sollte dieser möglichst im tatsächlichen Austauschformat bereitgestellt werden.
Wie lange dauert die Umsetzung eines GS1-128 Projekts?
Das hängt vom Umfang ab. Ein einzelnes Etikettenlayout ist weniger aufwendig als eine standortübergreifende Lösung mit ERP-Anbindung und zentraler SSCC-Verwaltung. Vollständige Anforderungen und Testdaten erleichtern eine belastbare Aufwandsschätzung.
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